Andy Warhol: Porn Realist // Lecture von Ara Osterweil, Montréal // Teil 1



Indem Andy Warhol mit seinem Film COUCH das Tabu in Frage stellte, dem Hardcore-Pornographie bis dahin unterlag, erhob er die Darstellung von Sex zum legitimen Gegenstand des Kinos. Anstatt aber Sex als orgasmischen Ausweg aus den Zwängen einer repressiven Gesellschaft zu feiern — wie das vielleicht von einem Film zu erwarten wäre, in dem so viele Ikonen der Underground- Kultur auftreten — bietet COUCH eine viel realistischere Darstellung von Sex an. Indem er die Rolle der Langeweile, der Ablenkung und der Unterbrechung beim Liebesspiel in den Vordergrund stellt, enttäuscht Warhol nicht nur die Erwartungen seines Publikums, sondern entwirft eine spielerische und potenziell befreiende Art und Weise, unter den Bedingungen des Spätkapitalismus Sexualität auszuleben.

Ara Osterweil ist Assistant Professor of Film and Cultural Studies an der McGill University in Montréal, Kanada, und bildende Künstlerin. Sie ist die Autorin von Flesh Cinema: The Corporeal Turn in American Avant-Garde Cinema (2014) und erhielt 2010 den Arts Writers Grant der Warhol Foundation.

10.07.2014

Teil 2, Diskussion: https://www.youtube.com/watch?v=hAeDZNswUr4

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